EqualVoice-Factor Halbjahresbilanz 2022: Neu algorithmische Auswertung auch bei Print-Artikeln möglich

© Ringier

Jetzt misst der EqualVoice-Factor, ein von Ringier inhouse entwickelter semantischer Algorithmus, auch den Frauenanteil in Artikeln von Printmedien aus. Ausserdem wurde der EqualVoice-Factor von der ETH Zürich validiert.

Der EqualVoice-Factor, ein von Ringier inhouse entwickelter semantischer Algorithmus, misst seit 2019 auf Basis sämtlicher veröffentlichter Onlineartikel den Anteil von Frauen und Männern von Blick, Beobachter, Bilanz, Cash, Handelszeitung, GaultMillau und der Schweizer Illustrierten. Seit Beginn 2022 kommen neu auch die Print-Titel Beobachter, Bilanz, Blick, Handelszeitung, Glückspost, LandLiebe, Sonntagsblick und TELE dazu. Dabei wird der sogenannte Body-Score gemessen, also die Erwähnungen von Frauen und Männern in den Artikeltexten. Zuvor wurden diese Titel manuell ausgezählt. Dabei zeigt sich Erfreuliches. Die Glückspost und das Magazin TELE erreichen einen Frauenanteil von 49 Prozent. Die Schweizer Illustrierte weist einen Anteil von 47 Prozent in seinem Printtitel auf, die LandLiebe folgt mit 46 knapp dahinter.

Body Score im Print

Der Body Score zeigt, wie oft Frauen und Männer in Artikeltexten der Printpublikationen von Ringier und Ringier Axel Springer Schweiz genannt werden.

Die stete und engagiert geführte Debatte in den Redaktionen rund um die erhöhte Sichtbarkeit von Frauen fruchtet oft in neuen Ideen rund um das Thema Gender Equality. So hat die Bilanz beispielsweise eine Kolumne zum Thema «Frauen und Finanzen» eingeführt, die sich zahlreicher positiver Rückmeldungen in den sozialen Medien erfreut. Die Handelszeitung lancierte im Mai eine Spezialausgabe zum Thema EqualVoice, die auf gute Resonanz bei den Leserinnen und Lesern sowie den Werbekunden stiess. Dominique Strebel, Chefredaktor des Beobachters, stellt fest: «Je mehr Redaktionsmitglieder in das Thema EqualVoice involviert sind und sich aktiv darum kümmern, desto besser werden unsere Resultate, was die gleichwertige Berichterstattung betrifft. Im vergangenen Jahr haben wir rotierende Sitzungsleitungen eingeführt. Seit unterschiedliche Leute durch die Sitzungen führen, melden sich mehr Mitarbeitende zu Wort, die sich sonst eher zurückhalten. Das führt zu mehr Diversität in den Themen und ausgewogenere Beiträge.»

Silvia Binggeli, die neue Chefredaktorin der Schweizer Illustrierten, findet es auch wichtig, die Perspektive der jungen Menschen einzubringen: «Bei uns in der Redaktion starten im August zwei Voluntärinnen, die gleichzeitig die Ringier-Journalistenschule absolvieren werden. Ich freue mich sehr darauf, die Meinungen der jungen Generation zum Thema EqualVoice und in der Themenfindung zu hören und in unser Magazin einfliessen zu lassen. Davon können wir nur profitieren.»

Teaser Score (online)

Beim Teaser Score, der die Visibilität von Frauen in Bildern, Headlines und Titeln abbildet, konnten der Beobachter online deutlich sowie die Handelszeitung online leicht zulegen. Die anderen Titel sind gegenüber dem Vorjahr leicht rückgängig. Dirk Schütz, Chefredaktor der Bilanz: «Wir haben festgestellt, dass durch den Krieg in der Ukraine und Themen wie Inflation wieder vermehrt Männer die Protagonisten der Berichterstattung waren. Weil wir den Anteil messen, fällt uns das auch auf, und wir können besser darauf reagieren.»

Annabella Bassler, CFO von Ringier und Initiantin von EqualVoice: «Auch wenn die Quantität des Frauenanteils vorübergehend in gewissen Publikationen tiefer liegt als im Halbjahr davor, hat die Qualität der Berichterstattung überall zugenommen. Das sehen wir exemplarisch an der Berichterstattung über die Frauen-Fussball-Europameisterschaft im Blick. Nie zuvor wurde so ausführlich und gleichwertig über das Turnier berichtet. Der Weg ist das Ziel, und wir sind auf dem richtigen Weg.»

ETH validiert den EqualVoice Factor

Das Messverfahren des EqualVoice-Factors wurde von der ETH Zürich im Mai 2022 validiert. Das bedeutet, dass ein wissenschaftlich dokumentierter Nachweis die Korrektheit und Glaubwürdigkeit des Messverfahrens belegt. Der EqualVoice-Factor eignet sich auch für andere Medienhäuser und Bereiche der Unternehmenskommunikation. Mit Axel Springer hat seit Januar 2022 erstmals ein Medienunternehmen ausserhalb von Ringier und Ringier Axel Springer Schweiz den EqualVoice-Factor in Gebrauch: Der Algorithmus misst den Frauenanteil der B.Z. Berlin, Berlins grösster Boulevardzeitung.

Ausblick

In naher Zukunft wird man von EqualVoice einiges Neues hören: Im Herbst wird der erste EqualVoice-Podcast lanciert, eine Talkreihe mit namhaften Gesprächsgästen aus der Wirtschaft in sechs Episoden. Ausserdem erscheint das zweite EqualVoice-Spezialmagazin, produziert vom Ringier Brand Studio. Und in 2023 darf man sich auf die Neuauflage des EqualVoice Summits freuen, an dem in diesem Jahr international renommierte Persönlichkeiten wie die Menschenrechtsanwältin Amal Clooney, Bundesrätin und Justizministerin Karin Keller-Sutter, die Verhaltensökonomin Prof. Iris Bohnet von der Harvard Universität, Mariana Santos, die Gründerin und CEO von Chicas Poderosas, Carolina Müller-Möhl, Gründerin und Präsidentin der Müller-Möhl Foundation, Corine Mauch, Zürcher Stadtpräsidentin sowie Brittany Kaiser, Mitbegründerin der Own Your Data Foundation als Speakerinnen teilnahmen.

Quelle: Ringier AG

Diesen Beitrag ...